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22. Juli 2025Pressemitteilung »Förderpreis Deutschlandfunk für Jan Liebermann«
4. August 2025Sponsoren & Partner
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4. August 2025Das Musikfest Bremen trauert um Sir Roger Norrington, Musikfest-Preisträger von 2004
Der britische Dirigent und Originalklang-Pionier Sir Roger Norrington ist am Wochenende im Alter von 91 Jahren gestorben. Geboren 1934 in Oxford, studierte er an der Westminster School Geschichte sowie englische Literatur an der Universität Cambridge, wo er auch im Chor des Clare College sang. Gleichzeitig studierte er Violine und Gesang am Royal College of Music. Norrington wurde vor allem für seine Verdienste im Bereich der historischen Aufführungspraxis international bekannt. 1962 gründete er den Schütz Choir, mit dem er seine Entdeckungsreise des Originalklangs begann. Ab 1978 übertrug er diese auf das sinfonische Repertoire, für das er die London Classical Players ins Leben rief. Seine kontinuierliche Auseinandersetzung mit den Spieltechniken der Vergangenheit hat die aktuelle Rezeption der Musik des 19. Jahrhunderts maßgeblich beeinflusst. Sein Bremen-Debüt gab Norrington 1992 beim Musikfest in der Glocke mit den London Classical Players mit Werken von Beethoven und Brahms. Es folgten weitere Auftritte mit den London Classical Players (1995, 1996) und mit dem Orchestra of the Age of Enlightenment (1997, 1998 und 2001), bevor er 2003 mit dem Musikfest Bremen Symphony Orchestra, das aus der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und dem Chamber Orchestra of Europe zusammengestellt wurde, seinen eigenen Bremer Klang kreierte. Auch am Pult des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart, dessen Chefdirigent er war, war er beim Musikfest zu erleben. Unter Berücksichtigung der Erkenntnisse seiner jahrzehntelangen Arbeit erreichte er auch auf »modernen« Instrumenten einen Verzicht auf »modernes« Vibrato und bestach bei Werken von Mozart, Berlioz, Wagner und Strawinsky mit einem Höchstmaß an Spannkraft, Transparenz, Verve und Brillanz. 2004 wurde er für seine Verdienste, die das Profil des Festivals nachhaltig schärften, bei einer festlichen Gala im Bremer Rathaus mit dem Musikfest-Preis ausgezeichnet. Intendant Thomas Albert zum Tod des Ausnahmekünstlers: »Wir haben einen sehr guten Freund und außergewöhnlichen Musiker verloren. Sir Rogers musikalisches Wirken stand immer im Zeichen des humanistischen Potenzials der Musik, im Respekt vor den Komponisten, ihren Werken und den Musikerinnen und Musikern der vielen Orchester, die er sein Leben lang so deutlich prägen konnte. Dabei spielte er stets mit seinem beispiellosen britischen Humor, mit dem er jede Akademik mit einem Augenzwinkern konterkarierte. Er hat dem Musikfest Bremen über viele Jahre hinweg historische Premieren geschenkt und damit sehr früh internationale Maßstäbe gesetzt. Wir sind ihm sehr dankbar und werden dieses große Vermächtnis in Ehren halten. Rest in Peace, Roger.«